Ist der Partnerschaftskaffee Schattenkaffee?
Moderne Technologien machen auch vor dem Kaffeeanbau nicht halt. Monokulturen, möglichst effiziente Sorten, der Einsatz chemischer Mittel für Düngung und Pflanzenschutz und der Einsatz von Erntemaschinen sind die Methoden der Großproduzenten, um Kaffeeerträge und Gewinne zu steigern. Im technisierten Kaffeeanbau stehen oft 5.000-6.000 Pflanzen auf einem Hektar Land, während in der traditionellen Bewirtschaftung nur 1.000 bis 2.000 Pflanzen auf dieser Fläche stehen.
Seit den 90er-Jahre setzen vor allem Großproduzenten auf den Anbau von Hochertragssorten. In Kolumbien werden z.B. zu über 2/3 solche Hochertragssorten angebaut. Die Pflanzen haben eine deutlich kürzere Lebensdauer und müssen in der Regel nach 6 bis 10 Jahren Tragezeit ersetzt werden. Der hohe Nährstoffbedarf der Pflanzen kann nur durch Mineraldünger zugeführt werden. Durch die wachsende Technisierung werden immer weniger ArbeiterInnen auf den Fincas benötigt, um die Hochleistungssorten anzubauen. Mit der chemischen Keule wird der Bewuchs zwischen den Kaffeepflanzen nieder gehalten und die anfälligen Kaffeepflanzen vor Schädlingen geschützt.
Im Gegensatz zu dieser ökologisch problematischen Produktion bietet die traditionelle Anbauweise von Arabica-Kaffees deutliche Vorteile für die Produzenten und den Erhalt der natürlichen Ressourcen. Durch die Schattenbäume entsteht ein ausgeglichenes Mikroklima und eine hohe Restfeuchte während der Trockenzeit. Die Böden erwärmen sich im Schattenanbau kaum (max. 30°C), während sich in der schattenlosen Produktion die bodennahen Luftschichten auf bis 75°C erwärmen – was zum Absterben von Mikroorganismen führt.

Schematische Darstellung des Schattenanbaus von Kaffee
Aus Agroforstlicher Kaffeeanbau... Neuenschwander 2002
Bioanbau in der traditionellen Mischkultur
Der ökologische Anbau des Kaffees in der Mischkultur mit Obst (Bananen, Mangos), Leguminose-Bäumen für die Stickstoffproduktion und großen Schattenbäumen ermöglichen den weitestgehenden Schutz der natürlichen Umgebung. Die Terrassierung der Pflanzungen, Düngung mit Kompost und organischen Material (Laub, Pflanzenreste) sind ein wichtiger Beitrag. In den Steillagen des mittelamerikanischen Kaffeeanbaus halten die Wurzeln der Schattenbäume und Kaffeepflanzen den Boden, die großen Baumkronen schützen vor Starkregen und Wind. An den sensiblen Steilhängen ist der ökologische Kaffeeanbau eine der besten Möglichkeiten zum Schutz vor der drohenden Bodenerosion. Und die Artenvielfalt wird bei dieser Anbauform erhalten.
Qualität und Solidarität
Die geringen Temperaturunterschiede beim Schattenanbau mit gleichmäßiger Reifung, die höhere Bodenqualität beim Bioanbau und die hochwertigeren an die lokalen Standorte angepassten Arabica-Sorten sind eine gute Grundlage für eine besondere Kaffeequalität und einen ausgeprägten Geschmack.
Der Partnerschaftskaffee hat sich dafür entschieden, nur ökologisch angebaute Rohkaffees von Kleinbauern aus Lateinamerika zu verwenden. Bei unserem Ansatz gehen ökologische Anforderungen mit dem humanistischen Ansatz zum Erhalt der kleinbäuerlichen Wirtschaft und der Schaffung von tragfähigen Lebensbedingungen Hand in Hand.
Alle Kaffees sind Bio - zertifiziert gemäß EG-Bioverordnung.
EU-Kontrollstelle DE- 039-Öko-Kontrollstelle.
