UCPCO

UCPCO ist die Abkürzung für Unión de Cooperativas Multifuncionales Productoras de Café Orgánico, was sich mit Vereinigung der Bio-Kaffee produzierenden Genossenschaften übersetzen lässt. Die 1993 gegründete Kleinbauernkooperative liegt im ziemlich abgelegenen San Juan de Río Coco (Departement Madríz)im Norden Nicaraguas. Diese Region ist nach Matagalpa/Jinotega das zweitwichtigste Kaffeeanbaugebiet des Landes. Die Kaffeepflanzungen liegen in einer Höhe zwischen 1000 und 1250 Metern ü. M. Der hier geerntete Kaffee ist von herausragender Qualität.

Die ersten Kontakte aus Heidelberg zur UCPCO entstanden 1994 bei einem Besuch der entstehenden Kooperative. In den Jahren danach wurden vom Nicaragua-Forum Heidelberg die Kosten für die Biozertifizierung aufgebracht und nach den Zerstörungen durch den Hurrikan Mitch die Wiederherstellung der Kaffeeverarbeitungsanlage mit finanziert.

Estrellas luminosas - Frauengruppe der UCPCO Mit 260 aktiven Mitgliedern ist ein eher kleiner Kooperativenzusammenschluss in Nicaragua. Die Gründung: Schon 1990 begann die Zusammenarbeit von Bauern für eine Umstellen auf biologischen Kaffeeanbau, 1993 wurde der Verband formal gegründet. Heute sind hier sieben Kooperativen und einige Einzelbauern zusammengeschlossen.

70 der Mitglieder von UCPCO sind Frauen. Anders als in vielen anderen Kooperativen kommt es hier häufiger vor, dass nicht nur der Mann als Familienvorstand, sondern auch die Frau über einen eigenen Landtitel verfügt. Die Frauen in der UCPCO haben 2007 eine Frauengruppe mit dem Namen "Estrellas Luminosas" (Leuchtende Sterne) gegründet, um die Frauen in der Kooperative zu fördern. Die Arbeit dieser Frauengruppe wird vom Partnerschaftskaffee wesentlich unterstützt.

So günstig die natürlichen Bedingungen in den Bergen um San Juan de Río Coco für den Kaffeeanbau sind, so benachteiligt ist die Region in infrastruktureller Hinsicht. Der Weg zu UCPCO führt mehrere Stunden über eine desolate Schotterstraße. Telefon- und Internetanschluss gibt es erst seit Kurzem und die Leitungen fallen häufig aus. Die direkte Kommunikation mit den Handelspartnern im Ausland wird daher von der nächstgelegenen Stadt aus geführt.

Bis 1990 war die Region eines der am härtesten vom Terror der so genannten Contras betroffenen Gebiete. Sie legten mit ihren Überfällen die Landwirtschaft über Jahre hinweg lahm und schwächten damit die Revolution der Sandinisten wirtschaftlich und moralisch. Allein die Reaktivierung der vernachlässigten Kaffeepflanzungen mit ihren zum Teil überalterten Pflanzungen nach dem Ende der Contra-Angriffe war ein gewaltiger Kraftakt.

Heberto Rivas, Präsident der Kooperative Der öffentliche Gesundheits- und Bildungssektor ist in den vergangenen fünfzehn Jahren stark vernachlässigt worden. Daher wird der durch den fairen Handel erzielte Mehrpreis unter anderem für den Schulbesuch der Kinder von UCPCO verwendet. Weiterführende Schulen befinden sich nur in San Juan de Río Coco oder im weiter entfernten Estelí, wodurch Kosten für Fahrt, Unterbringung und Verpflegung entstehen. Die UCPCO bemüht sich im Übrigen intensiv darum, einigen Jugendlichen Stipendien für eine Universitätsausbildung (in der Regel im Ausland) zu verschaffen.

2 % ihrer Einnahmen stellen alle Mitglieder ihrer jeweiligen Basiskooperative zur Verfügung, die davon einen Fonds für soziale Notlagen unterhält.

Schon seit vielen Jahren besitzt die UCPCO eine eigene Trockenverarbeitungsanlage. Hier wird der von den KaffeeproduzentInnen abgelieferte "café pergamino" bis zum exportfertigen "café oro" weiterverarbeitet. Diese Verarbeitungsanlage ist eine wichtige Voraussetzung für die auf Unabhängigkeit ausgerichtete Arbeit der UCPCO und die selbstständige internationale Vermarktung des Rohkaffees durch die Genossenschaft, die sich damit von den lokalen Zwischenhändlern unabhängig machen konnte.

Die Biokontrollen vor Ort werden von der lokalen Zertifizierungs-Organisation Bio Latina durchgeführt.

UCPCO ist eine BäuerInnen-Genossenschaft im wahren Sinne des Wortes: Alle, die hier Verantwortung übernommen haben, kommen aus den Familien der BäuerInnen. Aus der neuen Generation haben einige inzwischen ein wirtschafts- oder agrarwissenschaftliches Studium abgeschlossen und bringen neue Ideen in die Kooperative ein.

Rohkaffee der UCPCO ist beim Partnerschaftskaffee vor allem im Espresso enthalten. Ein neues Produkt der stetigen Qualitätsverbesserung bei der UCPCO ist der neue Gourmetkaffee "Flor del Café", den Sie ebenfalls beim Partnerschaftskaffee erhalten.

Selbstdarstellung der UCPCO

Sie finden seit kurzem die Seiten der UCPCO unter http://www.ucpcorl.com/